AG 1: Gleichstellung im Arbeitsleben
Prof. Dr. Roswitha Pioch
Wege zu mehr Gleichstellung im Arbeitsleben werden wir in drei Schritten aufspüren. Erstens werden wir die Folgen der geschlechtsspezifischen Normalitätserwartungen in der Sozialen Sicherung im deutschen Sozialstaat herausarbeiten. Was folgt aus den unterschiedlichen Erwerbsverläufen von Männern und Frauen für die Soziale Sicherheit von Frauen und Männern in Deutschland? Gibt es in anderen europäischen Wohlfahrtsstaaten gendergerechtere Lösungen? Zweitens werden wir empirische Befunde zur geschlechtsspezifischen Ungleichheit auf dem Arbeitsmarkt analysieren und in verschiedenen Theorieperspektiven diskutieren. Drittens werden wir konkrete Handlungs- und Politikoptionen zu mehr Gleichstellung im Arbeitsleben entwickeln und die Chancen ihrer praktischen Durchsetzung miteinander diskutieren.
Vorbereitung: Recherche zu empirischen Befunden zur Sozialen Ungleichheit im Arbeitsmarkt, Textlektüre (Aufwand insgesamt ca. 2-3 Stunden).
AG 2: Wege zur Gleichstellung in der katholischen Kirche?
Verena Suchhart-Kroll
Geschlechtergerechtigkeit, Feminismus, ‚Gender‘ und die katholische Kirche – wenn man diese Begriffe nebeneinander liest, scheint es nur zu leicht zu sein, ‚the odd one out‘ zu finden… Man denke nur an die kritischen lehramtlichen Aussagen zu Gendermainstreaming und Genderforschung, den grundsätzlichen Ausschluss von Frauen vom Priesteramt und die medialen Bilder päpstlicher Liturgie, die eine reine Männerkirche abzubilden scheinen. Aber wie sieht es aus, wenn man sich die vielfältigen Lebensrealitäten in der katholischen Kirche genauer anschaut? Welche Diskussionen zu Genderfragen, Positionen zu Feminismus und Partizipationsmöglichkeiten für Frauen lassen sich in einem Bistum, einem kirchlichen Jugend- oder Frauenverband, einer Gemeinde vor Ort, einem katholischen Stipendienwerk und nicht zuletzt in der universitären Theologie finden?
Im Workshop werden wir nach einer kurzen Einführung in Theologie und Genderforschung zunächst einschlägige päpstliche Verlautbarungen zu Frauenbildern, der Ablehnung des Frauenpriestertums, Feminismus und ‚Gender‘ analysieren. Dann werden wir exemplarische Felder kirchlichen Lebens und theologischer Forschung herausgreifen und ergründen, wie dort Wege zur Gleichstellung gesucht werden (können).
Zur Vorbereitung des Workshops wird Textlektüre bereitgestellt (Aufwand ca. 2-3 Stunden).
AG 3: Sprechen und Ansprechen
Rea Eldem & Sophie Wohlgemuth
In diesem Workshop geht es um die Macht der Sprache – und wie sprachliche Mittel und andere Kommunikationsformen für eigene Zwecke genutzt werden können.
Am Thema gendersensible Sprache scheiden sich die Geister. In der Arbeitsgruppe werden alle Teilnehmer_innen abgeholt und es gibt einen Überblick zu den Gründen, Sprache gendersensibel zu gestalten. Es stehen praktische Übungen zum Umgang mit gängigen Arten, gender-gerechter zu sprechen und schreiben, im Vordergrund. Da Kommunikation über Sprache hinausgeht, sprechen wir in dieser Arbeitsgruppe auch darüber, inwiefern Kommunikationsstrategien Gender und Inklusion mitdenken und eine gleichgestellte Arbeitswelt vorantreiben können.
Es werden einige kurze Texte zur Vorbereitung bereitgestellt (Aufwand ca. 1 Stunde).
AG 4: United, but different - Intersektionaler Feminismus in Theorie und Praxis
Magdalena Rodekirchen
Intersektionalität versucht, verschiedene Diskriminierungsstrukturen und Unterdrückungserfahrungen und deren Auswirkungen auf das Leben einer Person oder Gruppe aufzudecken. In feministischen Kreisen wird der Begriff unter anderem mobilisiert, um Kritik an einem einseitigen Fokus auf Geschlechterungleichheiten zu üben. Eine Befreiung „der Frau“ von Unterdrückung ist ohne Intersektionalität nicht möglich, da es keine einheitliche, universelle Form von „Frau-Sein“ gibt. Es soll somit Sensibilität geschaffen werden für verschiedene, sich überschneidende Diskriminierungsformen basierend auf Rassismus, Klassismus, Geschlechteridentität, Sexualität, Alter, Bildung, körperlichen Fähigkeiten und vielen weiteren. Intersektionaler Feminismus ist somit ein Ansatz, Ungleichheit zu identifizieren, zu analysieren und letztendlich zu überwinden. In dieser Arbeitsgruppe beschäftigen wir uns mit der Vielschichtigkeit, dem transformativen Potential und auch den Grenzen von Intersektionalität: in der Forschung, in politischen Bewegungen und Aktivismus, und vor allem aber in der persönlichen, täglichen Praxis. Als Grundlage hierfür dienen im Vorfeld bereitgestellte Materialien, welche teilweise solide bis gute Englischkenntnisse verlangen (Vorbereitungszeit circa 5-6 Stunden). Der Workshop selbst ist interaktiv und partizipativ gestaltet.
AG 5: Male Allies - wie können Männer Gleichberechtigung voranbringen?
Matthias Schneider & Lyn von der Laden
Feminismus wird besonders mit Frauen assoziiert. Dabei geht das Thema Männer genauso an. Dies ist nicht nur eine moralische Frage. Vielmehr profitieren auch Männer von einer Welt, die uns Menschen nicht in blaue und rosa Schubladen einteilt. Und schließlich wirkt sich Geschlechtergerechtigkeit positiv auf die ganze Gesellschaft aus.
Und tatsächlich ist von Male Allies – männlichen Verbündeten – seit ein paar Jahren mehr zu hören, z.B. durch die UN Women Kampagne HeForShe, und es gibt einen Trend hin zu mehr männlicher Beteiligung am Feminismus. Doch viele Männer stehen dem Thema weiterhin skeptisch gegenüber. Und auch unter feministischen Frauen gibt es dazu keine einheitliche Meinung.
In diesem Workshop werden wir der Frage nachgehen, wie Männer zu einer gleichberechtigten Gesellschaft beitragen können: Wieso ist es wichtig, dass Männer sich für Gleichberechtigung engagieren und was haben sie selber davon? Was für eine Rolle spielen dabei Privilegien? Welche praktischen Handlungsmöglichkeiten haben sie? Existieren Hürden und Fallstricke? Dabei versuchen wir uns an dem Spagat zwischen differenzierter Betrachtung der komplexen Thematik und pragmatischer Handlungsorientierung – mit Fokus auf letzterem.
Zur Vorbereitung dient bereitgestelltes Material (Vorbereitungsaufwand ca. 2-3 Stunden).
AG 6: Theoretische Grundlagen von Frauenbewegung, Feminismus und Gleichstellungspolitik
Dr. Kristina Bedijs
Die Arbeitsgruppe widmet sich theoretischen Zugängen zu feministischen Themen. Wir wollen anhand konkreter Fragestellungen zu Feminismus und Gleichstellungsarbeit versuchen, in Texten aus unterschiedlichen Zeiten, Perspektiven und Strömungen Antworten zu finden und auch selbst Ideen und Haltungen zu entwickeln. Wir werden die Geschichte der Frauenbewegung(en) nachvollziehen und ergründen, welche Themen zu verschiedenen Zeiten im Fokus standen, welche Ziele erreicht wurden und welche noch nicht, welche Problemstellungen des Feminismus globale Themen sind und inwieweit feministische Perspektiven sich weltweit unterscheiden.
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